Wir wissen, dass laut Neuem Testament schon zur Zeiten der Urkirche ganze Häuser bzw. Familien getauft wurden (vgl. Apg 16, 15; 18, 8 sowie 1. Kor 1, 16.) - was auf eine öfters angewandte Praktik hindeutet.
Was ist nun unter Häusern bzw. Familien zu verstehen? Der damalige Orient kannte meines Wissens noch keine verlässlichen Methoden zur Empfängnisverhütung. Und selbst wenn es solche gegeben hätte, wäre deren Anwendung fraglich gewesen, da die Kindersterblichkeit sehr viel höher war als etwa im heutigen Westen. Man war somit auf stetigen "Kindernachschub" angewiesen. Also ist es recht wahrscheinlich, dass in Häusern bzw. Familien wenigstens ab und zu auch Babys oder Kleinkinder lebten.
Die Texte der Bibel wurden in einer patriarchalischen Machogesellschaft geschrieben, in der der Mann alles, Frauen und Kinder wenig bis nichts galten. Das bedeutet in Praxi, dass die Eltern (besonders die Familienväter) für die Kinder sprachen und mitentschieden. Wenn so ein Familienvater sagte "wir glauben hier ALLE an Christus", dann galt das auch für die Kinder, die gar nicht erst gefragt wurden. Die Apostel und die Schreiber der Bibeltexte haben diese Sicht natürlich einfach übernommen, da sie genauso patriarchalisch geprägt waren wie alle anderen auch. Insofern ist es wiederum ziemlich wahrscheinlich, dass Babys oder Kleinkinder einfach mitgetauft wurden, ob sie selber glaubten bzw. glauben konnten oder nicht. Und dass sie anschließend ebenfalls als "Gläubige" bezeichnet wurden, obwohl sie sicher oft gar nicht recht wussten, worum es geht.
Wichtiger ist aber eigentlich Folgendes: Durch den Ungehorsam von Adam und Eva ist die gesamte Spezies Mensch zum rechtmäßigen "Eigentum" Satans geworden. Das gilt sogar für ein Neugeborenes, das noch gar keine Möglichkeit hatte, eine Sünde zu begehen. Diese unverschuldete Verdammnis wird durch die Taufe aufgehoben, so dass jeder Getaufte wieder ein leeres "Schuldkonto" hat. Somit ist die Kindertaufe nicht nur biblisch zulässig sondern im Grunde genommen eine Pflicht.
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