Ich bin überzeugter Katholik, glaube aber auch, dass an der Astrologie "etwas dran" ist. Passt das zusammen? Schauen wir erst einmal, was dazu im Katechismus steht:
"2116 Sämtliche Formen der Wahrsagerei sind zu verwerfen: Indienstnahme von Satan und Dämonen, Totenbeschwörung oder andere Handlungen, von denen man zu Unrecht annimmt, sie könnten die Zukunft „entschleiern“ (vgl. Dtn 18,10; Jer 29,8). Hinter Horoskopen, Astrologie, Handlesen, Deuten von Vorzeichen und Orakeln, Hellseherei und dem Befragen eines Mediums verbirgt sich der Wille zur Macht über die Zeit, die Geschichte und letztlich über die Menschen, sowie der Wunsch, sich die geheimen Mächte geneigt zu machen. Dies widerspricht der mit liebender Ehrfurcht erfüllten Hochachtung, die wir allein Gott schulden."
Hier scheint auf den ersten Blick alles entschieden zu sein. Die Astrologie wird mit den dazugehörenden Horoskopen unter Wahrsagepraktiken aufgeführt, die zu verwerfen sind. Und hier ist dem Katechismus auch zuzustimmen.
Ob sich mit der Astrologie allein tatsächlich zukünftige Ereignisse vorhersagen lassen, weiß ich nicht, bezweifle es aber. Was ich jedoch für durchaus möglich halte und wofür es vielleicht sogar gewisse Indizien gibt, ist die Tauglichkeit der Astrologie zur Wesensbeschreibung eines Menschen. Das Wesen eines Menschen wird zunächst durch das genetische bzw. epigenetische Erbe seiner Eltern sowie durch das soziale Milieu geprägt, in dem er aufwächst. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es zur Zeit naturwissenschaftlich noch nicht nachweisbare "feinstoffliche" Einflüsse von Himmelskörpern gibt, die den Charakter eines Menschen mitprägen. Dabei sind diese astrologischen Prägungen keineswegs immer gleich stark spürbar. Werden etwa im gleichen Kreißsaal, im gleichen Augenblick drei Säuglinge gleichen Geschlechts geboren, so kann beim ersten das biologische Erbe dominant sein, beim zweiten das soziale Milieu. Die astrologischen Einflüsse machen sich vielleicht erst beim dritten stärker bemerkbar.
Sollten die von mir vermuteten astrologischen "feinstofflichen" Prägungen real existieren, wären sie weder gut noch böse sondern nur Teil von Gottes Schöpfung – so wie Magnetismus, Elektrizität oder Radioaktivität. Mit Dämonen oder heidnischen Götzen hätten sie nichts zu tun.
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