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"Vom rechten Umgang mit Gottes Wort"

Doch geziemt es sich, daß ein jeder Mensch, der mit dem Wort Gottes umgeht, sich dabei so verhält, wie es die Sache selbst erfordert. Dies geschieht, wenn er eine innige Ehrerbietung und Aufmerksamkeit beweist;

- wenn er seine nun geöffneten, wach gewordenen Augen zur Untersuchung und Prüfung alles dessen anwendet, was ihm von göttlichen Dingen unter die Hand kommt, und zum Forschen, ob es sich so verhalte;

- wenn er in der bei ihm entstehenden Erkenntnis seiner Blindheit und Verderbnis, seiner Sündenschuld, seines Unvermögens sich vor Gott in den Staub legt;

- wenn er dem Willen Gottes, den er eben hiebei erkennen lernt, Gehorsam leistet ohne Ausnahme und Verzug;

- wenn er das alles, was er als gottgefällig erkennt, ins Gebet führt und den gütigen Gott anfleht um die Kraft zur Ausübung alles dessen, was ein solcher Wille mit sich bringt, und wenn er auch anderen diesen Weg bekannt und lieblich zu machen sucht;

- wenn er bei einem feinen Anfang nicht still steht, nicht satt und überdrüssig und also weder träge noch frech wird, sondern nach der vernünftigen lauteren Milch begierig bleibt, damit er in der Erkenntnis des HERRN Jesus Christus und im Schmecken seiner Freundlichkeit wachse.

Solches ist denn in Summa der Glaube, der durch die Liebe tätig ist und auch das Bekenntnis mit sich führt.

Bei einem solchen Verhalten bleibt eine Befestigung des Herzens nicht aus.

17 Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede.
18 Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.
(Joh 7:17-18, Schlachter)

Und wiederum:

31 Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger,
32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!
(Joh 8:31-32, Schlachter)

2 Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. (Rö 12:2, Schlachter)

(Johann Albrecht Bengel (1687-1752) , aus: Zeugnissse der Schwabenväter)


Verfasst: 12.07.2026, 08:49 Uhr
Editiert: 12.07.2026, 09:00 Uhr

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