20 Denn wenn sie durch die Erkenntnis des Herrn und Retters Jesus Christus den Befleckungen der Welt entflohen sind, aber wieder darin verstrickt und überwunden werden, so ist der letzte Zustand für sie schlimmer als der erste.
21 Denn es wäre für sie besser, dass sie den Weg der Gerechtigkeit nie erkannt hätten, als dass sie, nachdem sie ihn erkannt haben, wieder umkehren, hinweg von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot.
22 Doch es ist ihnen ergangen nach dem wahren Sprichwort: »Der Hund kehrt wieder um zu dem, was er erbrochen hat, und die gewaschene Sau zum Wälzen im Schlamm.« (2. Petr 2:20-22, Schlachter)
--------------------------------
2,22 Diese Menschen sind ein Beispiel für das »wahre Sprichwort« im Blick auf einen »Hund«, der sich »seinem eigenen« abstoßenden »Gespei« wieder zuwendet (vgl. Spr 26,11), und eine »gewaschene Sau« die wieder »zum Wälzen im Kot« zurückkehrt. Es ist bedeutungsvoll, dass Petrus hier den Hund und das Schwein als Beispiele benutzt. Unter dem Gesetz des Mose galten beide als unrein.
Nirgendwo deutet das Sprichwort an, dass sie sich irgendwie geändert hätten.
Sie waren schon unrein, ehe sie sich vom »Gespei« und vom »Kot« getrennt haben, und sie waren noch immer unrein, als sie dahin zurückkehrten.
So ist es auch mit den Menschen, über die Petrus geschrieben hat. Sie hatten sich in moralischer Hinsicht geändert, aber keine neue Natur empfangen. Nach dem Bild von Matthäus 12,43-45 war ihr Haus leer, gekehrt, in Ordnung gebracht und geschmückt, doch sie hatten den Heiland nie eingeladen, dort zu wohnen.
43 Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose Stätten und sucht Ruhe und findet sie nicht.
44 Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich gegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gesäubert und geschmückt.
45 Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die bösartiger sind als er; und sie ziehen ein und wohnen dort, und es wird zuletzt mit diesem Menschen schlimmer als zuerst. So wird es auch sein mit diesem bösen Geschlecht! (Mat 12:43-45, Schlachter)
Der unreine Geist, der ausgetrieben worden war, ging hin und fand sieben andere Geister, die schlimmer sind als er selbst. Daraufhin zogen diese Geister – im Bild gesprochen – im Haus des Betreffenden ein.
Deshalb ist das Ende dieses Menschen schlimmer als der Anfang.
Dieser Abschnitt sollte nicht dazu missbraucht werden, um zu lehren, dass wahre Gläubige aus der Gnade fallen und verlorengehen könnten. Die hier gemeinten Menschen waren niemals echte Gläubige. Sie haben keine neue Natur empfangen. Sie zeigten durch ihren Endzustand, dass ihr Wesen noch immer böse und unrein war. Die sich daraus ergebende Lehre besteht natürlich darin, dass eine äußere Lebensänderung allein nicht reicht, sondern sogar gefährlich sein kann, weil sie den Betreffenden in falscher Sicherheit wiegt. Eine neue Wesensart kann man nur dadurch empfangen, dass man wiedergeboren wird. Man wird wiedergeboren durch Buße vor Gott und durch Glauben an unseren Herrn Jesus Christus.
(William Macdonald)
Kommentare zu diesem Blogeintrag
Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Blogeintrag.