2 ...damit ihre Herzen ermutigt werden, in Liebe zusammengeschlossen und mit völliger Gewissheit im Verständnis bereichert werden, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, des Vaters, und des Christus,
3 in welchem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind. (Kol 2:2-3, Schlachter)
2,2 Hier wird der genaue Inhalt des Gebetes des Paulus wiedergeben. Der erste Teil des Gebets lautet, dass »ihre Herzen getröstet werden«. Die Kolosser waren durch die gnostischen Lehren gefährdet. Deshalb bedeutet »getröstet« hier so viel wie festgemacht oder bestärkt.
Der zweite Teil des Gebetes lautet: »… vereinigt in Liebe«. Wenn die Heiligen eine frohe, liebevolle Gemeinschaft untereinander aufrecht erhielten, dann hätten sie eine gesicherte Flanke gegen die Angriffe des Feindes. Auch würde Christus, wenn sie ihn von Herzen lieben würden, ihnen die tieferen Geheimnisse des christlichen Glaubens enthüllen.
Es ist eine wohlbekannte biblische Tatsache, dass der Herr seine Geheimnisse denen enthüllt, die sich eng an ihn halten. Johannes etwa war der Apostel, der an der Brust Jesu ruhte, und es war kein Zufall, dass er derjenige war, dem die große Offenbarung Jesu Christi gegeben wurde.
Als Nächstes betet Paulus darum, dass sie allen »Reichtum an Gewissheit des Verständnisses« erhalten sollten.
Je mehr »Verständnis« des christlichen Glaubens sie erhielten, desto überzeugter würden sie von seiner Wahrheit sein. Je fester die Christen im Glauben gegründet waren, desto weniger würden sie in der Gefahr stehen, von den damaligen Verkündigern falscher Lehren in die Irre geleitet zu werden.
Der Ausdruck »volle Gewissheit« wird im NT dreimal verwendet.
1.Volle Gewissheit des Glaubens – wir
ruhen auf Gottes Wort, seinem Zeugnis für uns (Hebr 10,22).
2.Volle Gewissheit des Verständnisses – wir wissen und wir haben Gewissheit (Kol 2,2).
3.Volle Gewissheit der Hoffnung – wir schreiten voran und sind zuversichtlich, was den Ausgang betrifft (Hebr 6,11).
Der Höhepunkt des Gebets des Paulus findet sich in den Worten »zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, das ist Christus«.
Was meint Paulus nun, wenn er sagt, dass wir das »Geheimnis Gottes … Christus« erkennen sollen? Er bezieht sich noch immer auf die Wahrheit von der Gemeinde – auf Christus, das Haupt des Leibes, und auf die Gläubigen als Glieder des Leibes.
Doch er hat hier den besonderen Aspekt im Auge, dass Christus das Haupt ist. Ihm ist daran gelegen, dass die Heiligen diese Wahrheit anerkennen. Er weiß, dass sie, wenn sie die Größe ihres Hauptes erkennen, von den Gnostikern oder anderen Irrlehrern nicht mehr bedroht werden können.
Paulus möchte, dass die Heiligen Christus in Anspruch nehmen, seine Hilfsquellen ausschöpfen und in jedem Notfall von ihm abhängig sind. Er will, dass sie Folgendes erkennen: Christus ist, wie Alfred Mace es ausdrückt,
… inmitten der Angehörigen seines Volkes, besitzt jede Eigenschaft der Gottheit und hat unendliche, unaussprechliche und unermessliche Reichtümer, sodass sie niemals jemand anders um etwas bitten mussten. »Ihnen wollte Gott zu erkennen geben, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei, und das ist: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit« (Kol 1,27). Diese Wahrheit, die man anhand der Kraft erkennt, ist das sichere Gegengift gegen laodizeischen Stolz, rationalistische Theologie, traditionsverhaftete Religion, von Dämonen besessene spiritistische Medien und jede andere Form von Widerstand und nachgeäffter Glaubenspraxis.
(William Macdonald)
Kommentare zu diesem Blogeintrag
Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Blogeintrag.