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„...ein jeder seine eigene Seelengestalt...“

7 Ich wollte zwar lieber, alle Menschen wären, wie ich bin, aber jeder hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere so. (1. Kor 7:7, Luther)

10 Wie jeder eine Gnadengabe empfangen hat, so dient damit einander als gute Verwalter der verschiedenartigen Gnade Gottes! (1. Petr 4:10, Elb)

7,7 Paulus beginnt nun mit seinem Rat an die Ledigen. Zunächst einmal wird deutlich, dass Paulus die Ehelosigkeit vorzog, doch er erkannte, dass man in ihr nur leben kann, wenn Gott einen dazu befähigt. Wenn er sagt: »Ich wünsche aber, alle Menschen wären wie ich«, so geht aus dem Zusammenhang hervor, dass er damit »unverheiratet« meint.

Es gibt viele verschiedene Meinungen, ob Paulus immer Junggeselle war, oder ob er zu der Zeit, als er den Brief schrieb, Witwer war. Doch es ist für uns heute nicht wesentlich, diesen strittigen Punkt zu klären, selbst wenn wir das könnten.

Wenn Paulus sagt: »Doch jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so«, dann meint er, dass Gott den einen die Gnade schenkt, unverheiratet zu bleiben, während er andere ausdrücklich in den Ehestand beruft. Es ist eine ausgesprochen individuelle Angelegenheit, und es gibt kein allgemeines Gesetz, das auf alle anwendbar wäre.
...
7,9 Doch »wenn sie sich aber« als Ledige »nicht enthalten können«, so ist es ihnen erlaubt zu »heiraten, denn es ist besser, zu heiraten, als vor Verlangen zu brennen«. Dieses Brennen ist eine große Gefahr, weil man dadurch leicht in Sünde geraten kann.
(William Macdonald)
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Gebet

Herr Jesu, als du an die sieben Engel der sieben Gemeinen deine Wahrheit und dein Zeugnis ausgehen ließest, hatte ein jeder unter ihnen seine eigne Seelengestalt, die vor dir ganz offenbar gewesen ist und die du ihnen auch getreu und deutlich vor die Augen gestellt hast.

Etliche waren gut,
etliche verdorben,
etliche schwankend,
und dabei waren alle untereinander verschieden.

So ist es bei allen Gemeinen und ihren Vorstehern und auch bei uns. Gib, daß wir uns der Erkenntnis, die du von uns hast, willig überlassen.

Wo es durch deine Gnade gut steht, da laß uns dabei beharren;
wo ein Gebrechen ist, da laß uns dir auch gegen uns selbst recht geben und uns bessern, damit deine Zukunft uns allen erfreulich sei um deines Namens willen.

- Amen -

[Johann Albrecht Bengel (1687-1752) , aus: Zeugnissse der Schwabenväter]


Verfasst: 22.05.2026, 05:05 Uhr
Editiert: 22.05.2026, 05:07 Uhr

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