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Marco-1977s Blog

Marco-1977
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Marco-1977
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13439 Berlin

Geistiges rumlümmeln und Gemütlichkeit im Glauben

Geistiges rumlümmeln und Gemütlichkeit im Glauben - Fatalismus,Bequemlichkeit,Glaube,Erkenntnis,Bibel Wo brennt noch mal die lodernde Flamme der Neugierde und Erkenntnissuche? Wie war das mit der Wissbegierigkeit der Apostel?

Was ist davon eigentlich übrig geblieben? Sind wir im Glauben etwa "satt" geworden ...?

In diesem Blogbeitrag möchte ich mich diesen Fragen mal nähern und das, nach dem ich selbst in den Spiegel geschaut habe, um zu durchschauen, ob ich überhaupt eine Antwort gemessen meines Standpunktes geben sollte. Getreu dem Motto: "Wer im Glashaus sitzt, sollte besser nicht mit Steinen werfen". - Ich versuche es mal ...

Sprüche 25,2 Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verhüllen, und Ehre der Könige ist es, eine Sache zu erforschen.


Jakobus 1,5 Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemandem einen Vorwurf.


Das Wort Gottes in der Bibel ermutigt uns, doch was ist, wenn wir gar keinen Durst, kein Verlangen nach Weisheit und neuer Erkenntnis mehr haben?

In vielen Gemeinden herrscht, wenn man ehrlich ist, eine gewisse Routine. Aus dieser entwickelt sich dann oft eine Theologie der Gemütlichkeit. Besonders in eher weltlich orientierten evangelischen Gemeinden trifft man auf diese Haltung. Sie betonen ganz besonders "sola Gratia" (allein durch Gnade) und schieben "sola Scriptura" (allein durch die Schrift) und erst recht "sola Opera" (allein durch Werke) weit von sich weg – bis hin zur völligen Ablehnung.

Aber ich will jetzt gar nicht zu sehr auf die Rechtfertigungslehre Bezug nehmen und darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, Epheser 2,8-9 aus dem Gesamtkontext zu reißen, nein, ich will eher eine andere Ebene ansprechen. - Die fatalistische Bequemlichkeit!

Bei der fatalistischen Bequemlichkeit geht es zum Beispiel darum, das nur weil man auf etwas keinen direkten Einfluss haben oder man keine Gewissheit darüber erlangen kann, es nicht bedeutet, das man automatisch sich nicht dafür zu interessieren braucht?

Es stimmt, dass im Glauben wichtige Themen von weniger bedeutenden unterschieden werden. Ebenso ist richtig, dass es unterschiedliche Interessen und Wissensstände gibt. Doch all das rechtfertigt keine Gleichgültigkeit gegenüber dem großen Ganzen, geschweige denn eine Ermutigung dazu. Wer sich nur auf das Wesentliche konzentriert, läuft Gefahr, in der Bequemlichkeit des Glaubens zu erstarren und auf die lodernde Flamme der Neugierde sowie den Funken lebendigen Glaubens zu verzichten. Es ist klar, dass man nicht alles pauschalisieren sollte, doch darf man auch nicht alles bagatellisieren.

Nicht Vordenken lassen, sondern aktiv werden und selbst Denken!

Offenbarung 3,14-22 An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: So spricht Er, der Amen heißt, der treue und zuverlässige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: Ich kenne deine Taten. Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß! Daher, weil du lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien. Du behauptest: Ich bin reich und wohlhabend und nichts fehlt mir. Du weißt aber nicht, dass gerade du elend und erbärmlich bist, arm, blind und nackt. Darum rate ich dir: Kaufe von mir Gold, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst; und kaufe von mir weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht aufgedeckt wird; und kaufe Salbe, um deine Augen zu salben, damit du sehen kannst! Wen ich liebe, den weise ich zurecht und nehme ihn in Zucht. Mach also Ernst und kehr um! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und Mahl mit ihm halten und er mit mir. Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.


Unser Herr Jesus äußert sich zur fatalistischen Bequemlichkeit mehr als deutlich und benutzt den Begriff "Lau" für all jene, die weder heiß noch kalt sind und sich auf der Gnade ausruhen. Jene die keine Lust mehr haben Pluspunkte für die Lebensbücher zu sammeln (Prediger 12,14 / Offenbarung 20,12)

Prediger 12,14 Denn Gott wird jedes Tun vor das Gericht bringen, das über alles Verborgene urteilt, es sei gut oder böse.


Offenbarung 20,12 Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, die Großen und die Kleinen. Und Bücher wurden aufgeschlagen; und ein anderes Buch, das Buch des Lebens, wurde geöffnet. Die Toten wurden gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war, nach ihren Taten.


Autsch ... Und hier traft mich mein Spiegelbild und zeigte mir, das ich genauso in die fatalistische Bequemlichkeit geraten bin, wie viele Brüder und Schwestern.

Der Grund dürfte in den Tiefen von Matthäus 24,35 liegen.

Matthäus 24,35 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.


Meine Vermutung ist, dass wir noch zu sehr in der materiellen Welt verankert sind, so wie sie uns im Alltag begegnet. Wir schenken ihr mehr Beachtung als dem, was noch verborgen ist und uns erwartet. Wir dienen oft zwei Herren. Dieses Problem hatten offensichtlich auch frühere Gemeinden, und jeder selbsterkannte Hyliker oder Psychiker kennt es. Denn jene spricht unser Herr ja in der Offenbarung 3,14-22 an.

Eigentlich sollte man es so handhaben wie die Pneumatiker, die den Glauben lebendig halten wollen: Sie empfehlen, den Glauben jeden Tag aufs Neue für sich zu entdecken. Das Argument dabei ist, dass noch so viel verborgen ist, das es zu entdecken gilt, dass man keine Sorge haben muss, alles bereits zu kennen. Hier passt auch wieder Sprüche 25,2 wo es heißt, das es Gott eine Ehre ist, Dinge zu verbergen und uns gleichzeitig einlädt, sie zu finden und zu ergründen.

Ein Bruder hat mir einmal gesagt: Wenn man im Alltag etwa 60 % Gott zukommen lässt, wird die fatalistische Bequemlichkeit schwinden. Stattdessen wird sie durch begeisterte Neugier und Wissenshunger ersetzt. - Da ist schon was dran ...

So komme ich zur Erkenntnis, das wir uns auf unserem Weg hin und wieder selbst prüfen sollten. Wir müßen vor der fatalistischen Bequemlichkeit Acht geben und stets im Hinterkopf behalten, nicht zu werden wie die Pharisäer und Sadduzäer, die sich bereits für unfehlbar und vollkommen hielten und dabei nicht verstanden, das sie aus Gnade ihren Rang erhielten. Jesus sagte im Tempel, dass wir vollkommen wie der Vater werden sollen, nicht das wir es schon sind und Umkehr, zu der auch Neugierde und Erkenntnisgewinn dazugehört, nicht mehr nötig haben. Das Gegenteil ist der Fall!

Vereinfacht ausgedrückt, wir sollten im Glauben wie ein trockener Schwamm sein, der alles aufsaugt und an Gewicht gewinnt. Durch die Gnade Christus, Glaube, Schrift und tugendhafte Tat. - Amen!

Lieben Gruß und Gottes Segen,
Marco :-)


Verfasst: 13.08.2025, 11:43 Uhr

Kommentare zu diesem Blogeintrag

  • mpeace24 schrieb am 14.08.2025 um 10:15 Uhr

    Zitat:
    "Das Wort Gottes in der Bibel ermutigt uns, doch was ist, wenn wir gar keinen Durst, kein Verlangen nach Weisheit und neuer Erkenntnis mehr haben?"

    Danke lieber Marco für deine tiefgründige Betrachtung!

    Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen, die Liebe zu Jesus Christus hat mich auf dem Weg der Nachfolge gehalten.

  • Marco-1977 schrieb am 14.08.2025 um 18:30 Uhr

    @mpeace24 Hi, danke für deinen Kommentar. Deine Erfahrung werden die meisten inklusive mir teilen. Das ist ja auch das Fundament, das uns alle verbindet.

    Das Thema hat mich aus einer Beobachtung heraus inspiriert, wo mir aufgefallen ist, das nicht wenige "satt" geworden sind, wenn es explizit um neue Erkenntnisse und Weisheit geht.

    Und die Bibel hat es wieder einmal offenbart und bezeugt, das es das Problem auch schon in den Anfangstagen gab und Jesus uns vor dieser fatalistischen Bequemlichkeit gewarnt hat in der Offenbarung. Ein Blick in den Spiegel genügte dann, um zu erkennen, dass ich selbst auch oft zu bequem im Glauben bin. - Sich hin und wieder mal selbst zu prüfen, schadet daher denke ich nicht.

    LG, Marco :-)

  • mpeace24 schrieb am 16.08.2025 um 12:15 Uhr

    Zitat:
    "Deine Erfahrung werden die meisten inklusive mir teilen. Das ist ja auch das Fundament, das uns alle verbindet."

    Das ist leider nach meiner Wahrnehmung nur ein frommer Wunsch, da der persönliche Wille und Offenbarung der Heiligen Schrift für die meisten sogenannten Christus Gläubigen ausbleibt - die Gegenwart läßt etwas anderes vermuten.

    => Nur eine ungeteilte Hingabe an Jesus und seinem kostbaren Wort, bewahrt uns vor dem Widersacher mit seinen verschiedenen Irrwegen!

    21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.
    22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?
    23 Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen! (Mat 7:21-23, Schlachter)

  • Marco-1977 schrieb am 17.08.2025 um 14:24 Uhr

    @mpeace24 Echt? Also ich finde schon das die Liebe zu Jesus Christus viele auf dem Weg der Nachfolge gebracht und gehalten haben. Also rein vom wesentlichen Kern. Es gibt ja viele Wege, die zu Jesus führen. Es geht daher eher um das Reifen und den Erkenntnisgewinn. Und hier liegt das Problem am mangelnden Durst, was ich öfters feststelle.

    LG. Marco :-)