Jede Religion hat ihre Bräuche, Traditionen und Vorlieben und wer hätte es gedacht, im Christentum ist es der Fisch. Nicht nur das der Fisch (Ichthys) als Symbol zur damaligen Zeit als Erkennungszeichen diente, nein auch beginnt mit der Geburt unseres Herrn Jesus auch das astrologische Fischzeitalter, welches Jesus sogar bestätigte im Kontext zu „Lukas 22,10“ wo er auf das darauf folgende Zeitalter des Wassermanns hindeutet. Zudem waren die Jünger Simon Petrus, sein Bruder Andreas, und die Brüder Jakobus und Johannes Fischer.
Betrachtet man nun noch die damalige Küche zu Zeiten Jesu und die Tatsache, dass der Verzehr von Fisch im christlichen Glauben Tradition hat, erkennt man deutlich, dass der Fisch im Christentum sehr wertgeschätzt wird und von hoher Bedeutung ist. Der Räucherfisch hat allerdings noch eine besondere Bedeutung.
In den Speisegeboten des Alten Testaments wird der Räucherfisch nicht erwähnt, aber auch allgemein findet sich in der Bibel nichts über das Räuchern von Fischen. Dies mag vielleicht auch daran liegen, das wir Christen alle Fische essen dürfen.
3.Mose 11,9 Von allen Tieren, die im Wasser leben, dürft ihr diese essen: Alle Tiere mit Flossen und Schuppen, die im Wasser, in Meeren und Flüssen leben, dürft ihr essen.
Was hat es mit dem Räucherfisch auf sich?
Innerhalb der christlichen Gemeinschaft wurde einst festgestellt, dass in nördlichen und nordöstlichen Regionen, in denen der Protestantismus stark vertreten ist, auf den Wochenmärkten eine große Vielfalt an Räucherfisch angeboten wird. Dieser ist dort sehr beliebt, und in einigen Höfen gibt es sogar eigene private Räucheröfen, in denen frischer Fisch geräuchert und verkauft wird.
Im Gegensatz dazu findet man in den südlichen und südwestlichen Gebieten, in denen der Katholizismus vorherrscht, auf den Wochenmärkten kaum oder sogar selten Räucherfisch. Alle anderen Arten von Frischfisch werden jedoch sowohl im Norden als auch im Süden gleichermaßen angeboten.
Dies lässt darauf schließen, dass die Unterschiede hauptsächlich beim Räucherfisch bestehen. Auch außerhalb Deutschlands läßt sich dies beobachten, allen voran Länder wie Italien, Spanien, Portugal.
Einige Christen in der Vergangenheit vermuteten nun, dass der Räucherfisch in Verbindung mit der rituellen Räucherung in der katholischen Kirche steht. Diese Praktik wird im Katholizismus als Teil der Liturgie verwendet und ist ausschließlich für zeremonielle Anlässe oder Opferhandlungen gedacht. Daher wurde angenommen, dass der Verzehr von Räucherfisch nicht angemessen sei. Argumentiert wurde z.B. mit 2.Mose 30,7-8 (Geräuchertes gehört dem Herrn)
2.Mose 30,7-8 Aaron soll auf ihm Morgen für Morgen duftendes Räucherwerk verbrennen; wenn er die Lampen herrichtet, soll er es verbrennen. Wenn Aaron in der Abenddämmerung die Lampen wieder aufsetzt, soll er das Räucherwerk verbrennen; es soll ein ständiges Räucheropfer vor dem HERRN sein für eure Generationen.
Es handelte sich hier natürlich eindeutig um ein Missverständnis! Natürlich darf Räucherfisch verzehrt werden und der Grund warum auf manchen Märkten weniger Räucherfisch angeboten wird als auf anderen, hat regionale Gründe.
Obwohl die Bibel den „Räucherfisch“ (Grillfisch) nicht ausdrücklich erwähnt, wissen wir aus historischen Quellen, dass es zur Zeit Jesu durchaus geräucherten Fisch gab, der sogar sehr beliebt war. Oft wurde er zusammen mit Fladenbrot auf Märkten verzehrt. Ein Beispiel findet sich in Johannes 6,11, wo beschrieben wird, wie Jesus Brote und Fische vermehrte, um die Menge zu sättigen. Es ist daher durchaus denkbar, dass es sich dabei um Räucherfisch und Fladenbrot handelte, da roher Fisch in diesem Kontext eher unwahrscheinlich ist; dieser hätte zuvor zubereitet werden müssen. Johannes 6,11 ist somit die einzige Stellen in der Bibel, die auf den Verzehr von Räucherfisch hindeutet.
Johannes 6,11 Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen.
Räucherfisch erfreut sich damals wie heute großer Beliebtheit, da das einfache Räucherverfahren eine längere Haltbarkeit ermöglicht. Darüber hinaus gilt geräucherter Fisch als besonders schmackhaft und gesund: Er ist reich an Omega-3-Fettsäuren sowie an Eiweiß, Fett und Mineralstoffen. Diese wertvollen Nährstoffe bleiben bei der schonenden Räucherung bei Temperaturen zwischen 30 und 60 Grad nämlich erhalten.
Der Unterschied im Angebot an Räucherfisch zwischen Norden und Süden ist darauf zurückzuführen, dass in küstennahen Gebieten frischer Fisch durch Seemänner und Fischer jederzeit verfügbar war. Dadurch war es nicht notwendig, Fisch durch Räuchern haltbar zu machen, es sei denn, er wurde für den Handel ins Inland transportiert, wo er oft zuvor geräuchert wurde.
Die Beliebtheit von Räucherfisch, insbesondere in Nord- und Ostdeutschland, ist eng mit Tradition und Geschichte verknüpft, die ihren Ursprung in Norwegen, genauer gesagt auf den Lofoten hat, wo Fisch luftgetrocknet wurde. Zusätzlich spielt die kulturelle Vorliebe für Raucharomen eine entscheidende Rolle in der geschmacklichen Wertschätzung von Räucherfisch.
Für uns Christen ist der „Räucherfisch“ deshalb besonders, da er wie normaler Fisch als Fastenspeise dient und während der Fastenzeit gegessen wird.
(Fastenzeit: Ab Aschermittwoch 40 Tage. Und 15. November bis 24. Dezember 40 Tage )
Aber nicht nur das, denn natürlich ist jeder Freitag auch der Tag der Fischspeisen wo viele christliche Familien auch heute noch gerne gebackenen, gegrillten oder geräucherten Fisch essen.
Zusammenfassend kann man also sagen, das Räucherfisch nicht nur eine leckere Delikatesse ist, sondern auch traditionell für Christen einen Stellenwert hat.
LGuGS
Verfasst: 27.08.2025, 11:11 Uhr