Jetzt registrieren
Einloggen

Hiltjas Blog

Hiltja
Hier bloggt:
Hiltja
72 Jahre
24211 Preetz

Ops ...schon wieder Weihnachten (vorbei)?

Ops ...schon wieder Weihnachten (vorbei)? - Weihnachten,Weihnachtsstress Je älter ich werde, desto schneller scheint mir die Zeit zu vergehen. Kaum sind die Tannen des Vorjahres auf den Sammelplatz für Weihachtsbaum-Senioren verfrachtet, geht der Winter ebenfalls dem Ende entgegen und es beginnt mein alljährliche Spießrutenlauf mit den Frühjahres-Pollen. Bis weit in den April hinein warte ich dann ungeduldig darauf, unbehelligt von den kleinen bösartigen Geschossen der aufkeimenden Natur, endlich meiner Gartenarbeit nachgehen zu können.
Die Frühlingsblumen haben sich, ob meines späten Eingreifens, inzwischen mit Löwenzahn, Brennnesseln und anderen schnellwüchsigen Unkräutern einen Wettstreit um die besten Plätze geliefert. Da meine minderbemittelte Fitness mich sowieso ausbremst, dauert es naturgemäß etwas länger, bis die passenden Standorte für die Sommerpflanzen-Saat freigelegt sind. Hinzu kommt, dass es mir bislang nur selten gelungen ist, den korrekten Zeitpunkt für das Aussäen zu ermitteln. Daher blühen meine Blumen meistens bis in den Spätherbst beziehungsweise Frühwinter hinein.
Irritiert erblicke ich im Spätsommer die Angebote frostfester Pflanzen und Lebkuchenherzen in den wöchentlichen Prospekten, während draußen die nach wie vor blühfreudigen Tagetes, Dahlien und Sommerastern der Jahreszeit widersprechen.
Wenn sich nun noch das Klima wieder einmal unwinterlich benimmt, mein Geburtstag ohne den ersten Schneefall vergeht und die Wetterprognose hartnäckig Temperaturen im zweistelligen Plus-Bereich anzeigt, gerät mein innerer Kalender komplett durcheinander.
Schweren Herzens mache ich den Sommerblumen dann doch den Garaus und ersetze sie vor dem ersten Frost mit Winterheide. Beim Blick aus dem Fenster in die frühe Dunkelheit entdecke ich gegenüber den Nachbarn durch die Büsche robben. Kurz darauf wird es draußen heller, als die Lichterketten ans Stromnetz gehen. Auch die Häuser rechts und links daneben tauchen ihre manchmal abweisend dunklen Fensterhöhlen in weiches Licht.
Innerlich noch etwas uneins, krabbele ich in meine Abseite, hole den Schmuck vom Vorjahr ans Tageslicht, begutachte ihn auf Schäden hin und überlege, wie und wo ich ihn diesmal anbringe.
Meine Hoffnung, mit dieser Tätigkeit in eine Jahreszeit gemäße Stimmung hinein zu gleiten, verflüchtigt sich dabei leider. Mir ist noch immer nicht weihnachtlich zumute.
Ich frage mich, wie wohl die Menschen in südlichen Ländern in ihre Weihnachtsstimmung kommen. Vor meinem inneren Augen tauchen die vielen, teilweise schrill-bunten Beleuchtungen auf, mit denen auf meiner Lieblingsinsel La Palma diese dunklen Nächte erhellt werden.
Am ersten Advent spricht der Prediger über Licht und Schatten. Ganz gegen meine Gewohnheit entschließe ich mich, zur Senioren-Adventsfeier zu gehen. Zum einen singe ich gern Weihnachtslieder, zum anderen finde ich es faszinierend zu beobachten, wie die Gesichter der Menschen sich bei solchen Treffen im Kerzenlicht immer mehr entspannen und selbst zu leuchten beginnen ...meines übrigens auch.
Nur ...so richtig weihnachtlich fühle ich an den nächsten Tagen immer noch nicht.
Im Gegenteil! Ich bin eher genervt von dem Gedudel in den Geschäften, auf dem Marktplatz, im Radio. Jegliche Werbung trägt Rot-Grün ...mal mit mal ohne Gold. Jeder Fernsehsender wird mit zunehmendem Datum von Weihnachtsmusik überlagert. Da gerate ich wohl in Stimmung ...nur leider nicht in eine festliche!
So geht das einfach nicht. Es hat keinen Zweck zu versuchen, auf alte Gefühlsmuster zurück zu greifen, wenn sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Seit ich zum Glauben gefunden habe verändern sich meine Wertvorstellungen in einem – mir manchmal fast unheimlichem Tempo.
Ich sehe die geschäftigen Menschen um mich herum, wie sie gestresst bemüht sind alles perfekt zu organisieren, damit an Weihnachten der Baum geschmückt ist, das Haus beleuchtet, das opulente Essen bereitet und die oft viel zu teuren Geschenke kreativ verpackt sind. Dann hetzen sie häufig noch von einer Feier zur nächsten, schlagen sich die Bäuche voll, trinken (meist zuviel) Alkoholisches, sind müde, ärgern sich über Kopfschmerzen, Blähungen und die alljährlichen Streitereien.
Wenn ich dann noch den Spruch höre "Gott sei Dank, dass die Feiertage um sind!" kräuseln sich bei mir nicht nur die Nackenhaare.
Echt jetzt? Was kann Gott dafür, dass ihr euch solchen Stress macht? Wo habt ihr denn den Sinn von Weihnachten verbuddelt unter all der Völlerei? Hat der HERR seinen Sohn für solchen Nonsens geopfert?
Weihnachten wird die Geburt Christi gefeiert, der das Licht in unser Leben gebracht hat!
In diesem Sinne lebe ich inzwischen mein Fest, verzichte darauf dass meinetwegen Gänse gemästet werden und unschuldige Bäume sterben müssen und stelle einfach nur ein Licht ins Fenster!

Jetzt ist mir weihnachtlich zumute.


Verfasst: Gestern, 13:46 Uhr
Editiert: Gestern, 13:47 Uhr

Kommentare zu diesem Blogeintrag

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Blogeintrag.